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pferdetrendsMagazin No. 03 - Aug/Sep 2016

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pferdetrends - Was ist das eigentlich?

Anna Den im Portrait Der

Anna Den im Portrait Der Name Anna Den ist sicherlich einigen ein Begriff. Spätestens wenn die Namen High Pleasure und Saint Paul OLD fallen, dämmert es bei den meisten. Doch wer ist Anna überhaupt? Wer sind High Pleasure und Saint Paul OLD? Und was genau macht Anna eigentlich? 39.000 Follower bei Instagram unter dem Namen anny_smoothie und über 10.000 Abonnenten auf ihrem Youtube-Kanal und das ganz ohne Facebook-Seite. Anna ist neben all dem begeisterte pferdetrendlerin und begeistert immer wieder mit tollen Fotos von ihren beiden Pferden in perfekt abgestimmten Outfits. Zudem strahlt sie uns auch immer wieder von den Pikeur- und Eskadron- Katalogen an. Zeit Anna genauer kennenzulernen, persönlicher. Anna ist Anfang 20 und studiert Business Administration. Früher wollte sie immer Bereiterin lernen. Inzwischen ist sie froh, genau diesen Weg nicht eingeschlagen zu haben. „Ich denke einfach, dass das Grundsätzliche bei der Arbeit mit den Pferden verloren geht, sobald das Pferd für dein monatliches Einkommen verantwortlich ist. Als Berufsreiter kann man es sich einfach nicht leisten, den Reitsport aus der Perspektive eines Hobbyreiters zu sehen.“ Ein ganz einfaches Beispiel ist es, dass Anna es liebt ihre Pferde zu putzen. Selber zu putzen! Nicht geputzt zu bekommen! Unterbewusst bereitet man sich hier bereits aufeinander vor. „Und das ist es ja, worum es in erster Linie bei uns Pferde- menschen geht, egal aus welchen Sparten und Profi oder nicht Profi; der Kontakt zum Pferd.“ Ein Pferd fertig in die Hand gedrückt zu bekommen, dies zu reiten und wieder abzugeben, wie es bei den meisten Bereiterin der Fall ist, ist in Annas Augen fast schon Fließbandarbeit. Doch nur so lässt sich das vorgegebene Pensum von X Pferden am Tag schaffen. Das dass so ist, da kann niemand etwas für. Hätte Anna jedoch diesen Weg eingeschlagen, hätte sie sich dem beugen müssen, um am Ende des Monats die Früchte zu ernten. Überspitzt gesagt in diesem Fall das Gehalt. „Ich arbeite nicht nur vom Sattel aus liebend gern mit den Pferden, sondern das ganze Drumherum macht es aus, die Kleinigkeiten, für die keine Zeit oder keine Lust mehr bleibt, wenn der Reitsport zum Beruf wird.“ Eine klare Aussage: Das Pferd und 24 /pferdetrends Magazin

das Drumherum stehen im Vordergrund, Fließbandarbeit gibt es bei Anna nicht. Ihr Leben lang faszinierten sie Pferde und der Reitsport, doch erst mit 15 Jahren stieg sie das erste Mal in den Sattel und nahm Reitstunden. Seit einigen Jahren begleitet High Pleasure Anna, den sie roh gemeinsam mit ihrer Trainerin ausgebildet hat. Die ersten Jahre waren wenig erfolgreich mit dem temperamentvollen Trakehner. 2014 kam dann der Durchbruch und die beiden starteten voll durch. Inzwischen verbuchen sie Erfolge bis zur schweren Klasse. Mit Saint Paul OLD steht Anna bereits ein talentiertes Nachwuchspferd beiseite. Beide Pferde ticken ganz unterschiedlich. Highpi, wie High Pleasure ist eher das zurückhaltende Pferd, während Paul immer neugierig, aufgeweckt und einer Kuscheleinheit nicht abgeneigt ist. „Highpi ist ein Einzelgänger, mag keine anderen Pferde, ist generell immer froh, wenn man ihm seine Ruhe lässt, fast schon eine kleine Diva. Paul möchte am liebsten 24/7 unter, halten werden und immer in Gesellschaft sein, suhlt sich gerne im Dreck, hat daher auch den Spitznamen „Schweinspaul“.“ Die 5 Jahre Altersunterschied merkt man den beiden deutlich an. Paul sitzt der Schalk im Nacken. „In der Führanlage, auf der Wiese oder Paddock ist er immer am Toben und hüpft wild herum, steht keine Sekunde ruhig beim Putzen oder Waschen. An der Hand ist er immer etwas übereifrig, guckt hektisch herum, wiehert, manchmal hängt man einfach nur verzweifelt dran, ein richtiger Wirbelwind.“ Richtig böse kann Paul auch werden, spätestens beim Mähne verziehen oder Impfen hört für ihn der Spaß auf. High Pleasure hingegen ist sehr diszipliniert und benimmt sich vorbildlich. Eins haben die beiden jedoch definitiv gemeinsam: „Beide Pferde haben eine super tolle Arbeitseinstellung, sie sind manchmal motivierter als ich. Bei Paul muss ich mich oft selbst bremsen, da man schnell vergiss, dass er erst 5 Jahre jung ist. Charakterlich sind sie zwar komplett unterschiedlich, aber beide von Grund auf ehrlich und so lieb. Ich kann es immer und immer wiederholen, ich bin so dankbar für diese Pferde!“. Paul und Anna harmonierten von dem ersten Moment an. Obwohl Anna keine Erfahrung mit so jungen Pferden hat, konnte sie ihn direkt problemlos arbeiten. Bereits nach kürzester Zeit hatte sie einen Draht zu ihm und nach wenigen Monaten fühlte es sich bereits so an, als würden sie wesentlich länger gemeinsam arbeiten. „Ganz anders war es bei High Pleasure. Ich habe sehr sehr lange gebraucht, um mit ihm auf einen Nenner zu kommen. Wir haben uns am Anfang wirklich gar nicht verstanden, ich konnte mit diesem Pferd einfach nichts anfangen.“ Viele Tränen flossen wegen ihm und sogar den Gedanken ihn abzugeben, war da. Nach einer erneuten 5er Note in einer A-Dressur war Anna sogar kurz davor ihn zu verschenken. „Da es gar nicht mehr ging und ich auch einfach keine Beziehung zu dem Pferd aufbauen konnte und wir uns gegenseitig mehr gehasst als geliebt hatten, habe ich ihn für ein Jahr komplett aus meiner Hand gegeben, an meine Trainerin. Sie war es auch, die mich immer überredet hat, ihn nicht wegzugeben.“ 2014 haben sie es dann geschafft miteinander und nicht mehr gegeneinander zu arbeiten. „Mittlerweile ist er mein Herzenspferd, mein once in a lifetime-Pferd, wie man so schön sagt. Wir verstehen uns blind und er brummelt sogar nach mir, das ist nämlich nicht so typisch für ihn, da er eher ein zurückhaltendes Pferd ist. Er ist einfach mein Herz! Aus der jetzigen Sicht könnte ich mich ohrfeigen, wie dumm ich früher war, dass ich HP‘s tiefgründigen Charakter nicht erkannt habe und mit ihm nichts anfangen konnte. Natürlich spielte mein reiterliches Können auch eine große Rolle, er ist einfach kein Anfängerpferd, schon immer sehr sensibel und temperamentvoll, so ein Pferd hat in einer A Dressur mit einer Reiterin, wie ich es früher war, nichts zu suchen. Dieses Pferd hat mich nicht nur aus der sportlichen Sicht sehr weit gebracht, er hat mich auch menschlich sehr sehr viel gelehrt. Ich bin ihm für so vieles Pure Freude und auch ein bisschen Stolz. Anna Den zeigt eine Pikeur Werbeanzeige mit sich als Model. dankbar, ich kann es immer nur wiederholen, er ist mein Herz!“ In Hagen hatten Anna und Highpi ihren ersten internationalen Start, den sie mit einem sensationellen 12. Platz mit 68,368 & im CDI 1* abgeschlossen haben. Ohne Erwartungen waren sie in Hagen angereist, davon überzeugt, dass sie sicher auf den letzten Plätzen landen werden. Es war der erste internationale Start, ein guter Platz war nebensächlich. Alleine die Tatsache mit dem reiterlichen Hintergrund eine Starterlaubnis für Hagen zu erhalten, war für Anna ein Wunder. Unter dem Motto „Dabei sein ist alles!“ ging es an den Start. „Ich wollte einfach nur Erfahrung sammeln und die Atmosphäre genießen.“ Am Ende lagen die beiden im oberen Drittel, nicht weit von einer Platzierung entfernt. Ein riesen Erfolg. „Aus meiner Nation war ich die Russin mit dem besten Ergebnis, was ebenfalls sehr wichtig für mich ist, da die russische FN auch einen Blick auf die Ergebnisse hat und für die Zukunft alles im Auge behält.“ Für Deutschland zu Reiten, kommt für sie nicht in Frage. Dass Anna stolz auf ihren Highpi ist, muss an dieser Stelle nicht erwähnt werden. Zwischen den ganzen Krachern hat er sich optimal geschlagen und viel Lob kassiert. pferdetrends Magazin / 25

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pferdetrendsMagazin No. 04 - Okt/Nov 2016
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