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pferdetrendsMagazin No. 06 - März - April 2017

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Eskadron FS 2016 - fehlt noch was?

Mädchenträume werden

Mädchenträume werden wahr... Wer kennt es nicht? Und da ist es völlig egal, ob man ein eigenes Pferd besitzt, eine Reitbeteiligung hat oder aber auf Schulpferden fleißig seine Runden dreht. Irgendwann träumt jeder davon, an endlosen weißen Stränden mit wehendem Haar auf dem Rücken eines tollen Pferdes den Strand entlang zu galoppieren... Natürlich geht es mir hier sicher wie einigen von euch. Ich bin zwar in der glücklichen Lage ein wahnsinnig tolles Pferd mein Eigen nennen zu können. Allerdings wohne ich geographisch gesehen recht suboptimal, um mit meinem vierbeinigen Freund, einen kurzen Ausflug zum Strand zu machen. Somit bleibt es normalerweise nicht aus, dass ich bei der Wahl des Urlaubsortes und der Unterkunft doch leicht verstohlen ein Auge darauf habe, ob sich in Hotelnähe Reitmöglichkeiten bieten. Bei meinen Eltern stoße ich damit auf regelrechtes Unverständnis, da sie nicht begreifen können und wollen, dass es nicht einmal zwei Wochen im Jahr auch ohne Pferd geht. Mir geht es allerdings nicht ums Reiten im Sinne von schweißtreibenden Unterrichtseinheiten, sondern um das Gefühl in einer wunderschönen fremden Landschaft die Freiheit zu genießen und abzuschalten. Dank meines doch mittlerweile deutlich fortgeschrittenen Alters (34) haben meine Eltern, was die Urlaubsplanung angeht, nichts mehr zu melden... Gott sei Dank Mein zukünftiger Mann bringt unglaublich viel Verständnis für mein Hobby auf und hat sich sehr gut mit der Tatsache angefreundet, dass ich im Urlaub ein bis zwei Tage auf dem Rücken von Pferden verbringe. Und da er ein sehr experimentierfreudiger Mensch ist, hat er weit vor unserem Urlaub begonnen Reitstunden zu nehmen, um zumindest ein bisschen sattelfest zu werden. Nachdem nun also feststand, dass wir unseren gemeinsamen Jahresurlaub in der Dominikanischen Republik verbringen werden, habe ich mir mit Hilfe der allgemein bekannten Internetsuchmaschinen alles zum Thema „Reiten in Punta Cana und Umgebung“ angesehen. Hierbei bin ich auf mehrere Anbieter gestoßen. Aufmerksam wurde ich aber auf eine Ranch, welche gleich mehrere positive Bewertungen hatte und über die einige Urlauber kurze Reiseberichte verfasst hatten. Gaby’s Ranch in Punta Cana Die Ranch wird von Gabriele Schummer, einer deutschen Auswandererin, geführt. Die Fotos der Pferde sahen sehr gut aus und durch Zufall habe ich von einer Bekannten erfahren, dass eine Freundin von ihr zur Zeit genau auf dieser Ranch Work and Travel machte. So kam es, dass ich mit Gaby per Facebook Kontakt aufnahm. Super schnell erhielt ich eine Antwort und auch das Angebot über WhatsApp zu telefonieren. Die Telefoniererei über WhatsApp funktionierte leider nur bedingt, aber wir wurden uns schnell einig und so buchte ich für mei- 64 / pferdetrendsMagazin

pferdetrends reist... nen Partner und mich einen Ritt in die Berge und einen Strandausritt. Da ich keine Elfe bin und mein Freund relativ groß ist, habe ich auch dies mitgeteilt und Gaby erklärte mir, dass sie dies prinzipiell abfragt, wenn man von sich aus nichts sagt, da sie ja die Pferde passend einteilen muss und sich wenn nötig auch weitere große Pferde leiht, sollte dies erforderlich sein. Dies hat mich sehr zuversichtlich gestimmt. An unserem vierten Urlaubstag war es dann soweit. Der Ritt in die Berge stand an. Mit kleiner Verzögerung (aber das lag auch an der deutschen Überpünktlichkeit) wurden wir von Gaby in ihrem Jeep abgeholt. Gaby erzählte uns auf dem Weg zu den Pferden in den Bergen viel über ihre kleine Ranch und den Tierschutz. Wie tierlieb und besorgt sie ist, durften wir dann auch noch unmittelbar auf dem Weg zur Bergranch erfahren, als sie auf einem Parkplatz anhielt, um auf weitere Reitgäste zu warten. Hier lungerten ein paar Straßenhunde rum, welche sie mit Futter und frischem Wasser versorgte und bei einem der Hunde Wunden desinfizierte. Gaby selbst hat mittlerweile ca. 20 Straßenhunde auf ihrer Ranch aufgenommen. Diese wurden kastriert und werden tierärztlich versorgt. Nach kurzer Wartezeit kam der zweite Jeep mit den beiden deutschen „Work and Travel-Mädels“ Nicky und Janine. Diese hatten die noch fehlenden Reitgäste mit an Bord. An der Bergstation angekommen, wurden die Pferde aufgeteilt. Ich hatte einen wunderschönen, kräftigen und relativ frisch gelegten Hengst mit karamellfarbenem Fell und dem passenden Namen Caramellito, Stockmaß ca. 1,62 m. Viele von euch denken jetzt sicher 1,62 Meter ist nicht wirklich groß. Aber die landestypischen Pferde in der Dominikanischen Republik sind Criollos oder Criollo-Mischlinge und daher eher kleiner. Typisch für Criollos ist ihr liebenswürdiger Charakter. Sie sind enorm trittsichere und menschenfreundliche Partner, da diese Rasse nie überzüchtet wurde. Dies kann ich uneingeschränkt unterschreiben. Caramelitto war traumhaft. Er war flott unterwegs und legte auch mal einen kleinen Freudenbuckler ein, welcher aber in meinem gemütlichen Westernsattel nicht wirklich schwer zu sitzen war. Sättel, ja das ist auch so ein Thema in der Dominikanischen Republik. Es gibt nahezu nichts zu kaufen und alle Sättel die Gaby hatte, wurden von ihr importiert. Die Einheimischen reiten mit selbstgebauten Sätteln, welche nun nicht wirklich passend, also nicht rückenschonend sind. Dies hat zur Folge, dass die Sattelkammer von Gaby schon zweimal ausgeraubt wurde. pferdetrendsMagazin / 65

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pferdetrendsMagazin No. 04 - Okt/Nov 2016
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